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Episodenguide Xena 1.01 (01) Schatten der Vergangenheit - Sins of the Past
02.01.2013 von Argonaut

Schatten der Vergangenheit

(Sins of the Past)






Besetzung:
Lucy Lawless (Xena)
Renee O'Connor (Gabrielle)
Jay Laga'aia (Draco)
Darien Takle (Cyrene)
Stephen Hall (Hector)
Linda Jones (Hecuba)
Willa O'Neill (Lila)
Geoff Snell (Herodotus)
Anton Bentley (Perdicas)
David Perrett (Gar)
Patrick Wilson (Zyklop)
Wally Green (Alter Mann)
Roydon Muir (Kastor)
Huntly Eliott (Erster Bürger)
Winston Harris (Junge)


Stab:
Story: Robert Tapert
Drehbuch: R.J. Stewart
Musik: Joseph LoDuca
Schnitt: Jim Prior
Regie: Doug Lefler


Erstausstrahlung:
USA 04.09.1995
BRD 27.10.1996




~Übersetzung Titel & Disclaimer~


Sins of the Past - Sünden der Vergangenheit

Häufig verwendeter Titel für Romane oder Filme, in denen die Hauptperson ein dunkles Kapitel in ihrer Biographie hat, z.B. für die Fernsehserie Airwolf (Staffel2, Episode 6)

Kein Disclaimer





~Kommentar~

Western trifft Eastern in Xena: Warrior Princess

Schon in den ersten Minuten zeigt sich, dass die Xena der Serie deutlich komplexer ist, als die Xena aus den ersten Herkules Folgen. Ihr Herz ist nicht befreit (wie in Unchained Heart) sondern im Gegenteil schuldbeladen und depressiv. Herkules wird in dieser wichtigen Episode nicht weiter erwähnt. Xena hat sich durch Erfahrung und Selbsterkenntnis verändert. Ein schwieriger Prozess und ein ständiges Ringen mit sich selbst. Ihr erster Auftritt erinnert an den müde gewordenen Westernhelden wie Gregory Peck in Der Scharfschütze (The Gunfighter 1950) oder Alan Ladd in Mein großer Freund Shane (Shane 1953). Des Kämpfens überdrüssig will der einsame Reiter seinen Revolver an den Nagel hängen und fortan ein ruhiges Leben führen. Die äußeren Umstände und die feindliche Umgebung zwingen ihn aber zum weiterkämpfen; bis zum bitteren Ende. So kann auch Xena ihre Waffen und ihre Vergangenheit nicht begraben. Ihr berühmter Kampfschrei zeigt, dass sie nur im Kampf in ihrem wirklichen Element ist. In ihrer Heimatstadt angekommen ist sie eine Fremde und findet keine Aufnahme. Die Verführung, zur einstiger Macht und zum Kriegerleben zurückzukehren, ist ständig präsent und wird auch in späteren Folgen durch Ares und andere immer wieder den Konflikt in Xena aufleben lassen. In einer Schlüsselszene legt sie angesichts der aufgebrachten Bauern ihre Waffen ab, was von ihrer Absicht her fast einem versuchten Selbstmord nahe kommt. Gabrielle kommt dazwischen und rettet sie, wohl mehr vor sich selbst als vor den Dorfbewohnern. In der Freundschaft der unschuldigen Gabrielle bietet sich eine neue Perspektive. Der Schutz der Blutunschuld ist ein Handlungsstrang den die Autoren bis weit in die dritte Staffel verfolgen. Darin könnte für Xena auch die Möglichkeit der Vergebung für ihre eigenen Sünden liegen. So ist nicht nur der Friede der Dorfbewohner, sondern auch ihr eigenes Seelenheil der Preis, bei dem es im Endkampf mit Draco geht. Die Vergebungsszene durch ihre Mutter zeigt, dass dies der richtige Weg für sie ist.
Mythologisches Umfeld, Aktion und besonders Sprachwitz und Selbstironie sind der Herkules Serie entnommen. Die Psychologie des Revolverhelden, der ins bürgerliche Leben möchte, ist Bestandteil zahlloser Western, auch wenn dieses Genre heutzutage etwas in Vergessenheit geraten ist. Selbst manche Szenen sind ähnlich inszeniert, z.B. der Griff zum Chakram, dass genau an der Stelle hängt, wo sich klassischerweise der Revolver befindet und das noch schneller die Gegner umhaut als jeder Sechsschüsser. Später wird mit Animal Attraction eine komplette Folge im Westernstil gedreht werden.
Als zweites Genre gibt es am Anfang der Serie den Einfluss des Martial-Arts Films, des Wuxia. Zahlreiche Wuxia Filme aus Hongkong werden in Xena zitiert. Der ambivalente Charakter Xenas ist der Lian aus The Bride with White Hair (1993) entnommen. Als der Produzent Rob Tapert die Idee zur Serie vorstellte, benutzte er eine Montage aus verschiedenen Hongkong Filmen. Diese finden sich auch im Finalkampf wieder. Zu den Kampfelementen gehören unter anderem der recht großzügige Umgang mit der Schwerkraft und anderen physikalischen Gesetzen. Beliebt auch die Verwendung aller möglichen Gegenstände als Wurfgeschosse oder die tödlichen Akupunkturtechniken. Bewegungen werden wie in den Onomatopoien der Comics mit Geräuschen unterlegt. Das "Whoosh" des fliegenden Chakrams hat einer bekannten Xena Webseite ihren Namen gegeben. Auch die Einsamkeit und besonders die Opferbereitschaft des asiatischen Schwertkämpfers finden sich wieder. Daraus kreieren die Macher einen eigenen Stil, der sich bald von allen Vorbildern löst und Xena zu einer populären Kultur-Ikone macht, die selber wieder in anderen Filmen zitiert wird.



~ Bildkommentar ~



Weite Landschaft, einsamer Reiter. So fangen auch viele Western an.
Jimmy Ringo hatte in The Gunfighter (1950) ähnliche Probleme mit den Schatten seiner Vergangenheit.



Xena versucht ihre Waffen und ihre Vergangenheit zu vergraben. Doch so einfach geht das nicht. Ebenso wie der Zyklop leidet sie an einem eklatanten Mangel an alternative Beschäftigungsmöglichkeiten. So bleibt sie auch ohne Waffen und Kampfanzug die Kriegerprinzessin.



Hier freut sich Dracos Lakai Hector zu früh. Im Hintergrund steht Xena, die Kriegerin im Unterrock. Yi-Yi-Yi-Yi-Yi-Yi, der Kampfschrei ertönt und Xena ist wieder in ihrem Element. Viel Fantasie zeigen die Designer der Serie auch bei den Frisuren und Kopfbedeckungen.



Draco ist männlich markant, aber böse. Gabrielles Begleitung ist nett, aber langweilig.
Da sucht Frau doch noch etwas länger nach Alternativen.



Wäre auch bei Gehaltsverhandlungen praktisch. Xenas "The Pinch" schnürt dem Gegner das Blut ab. Gabrielle dagegen kann sich aus dem Gefängnis des Zyklopen herausreden. Mit rhetorischem Geschick kann man eben auch sein Ziel erreichen.



Noch freut sich Xena nach Hause zu kommen und ein neues Leben zu beginnen. Doch der Empfang durch die eigene Mutter Cyrene ist anfangs mehr als frostig. Sie trägt übrigens die gleichen Farben wie Gabrielle.



Die Dorfbewohner gehen gegen Xena vor. Sie versteht ihre Motive, denn wer von uns will schon eine Ex-Kriegsherrin als Nachbar.
Xena wehrt sich nicht und wird von Gabrielle "gerettet". Fragt sich nur wer eigentlich vor wem gerettet wird.



Beliebte Hongkong Aktion: Der Kampf mit Stöcken auf Stöcken.
Noch geht es bei Xena nicht ganz so heiß und blutig zu wie z.B. in Iron Monkey (1993).



Bei Xena spielt die Filmcrew bei den Massenszenen mit. Der Herr mit dem Bart ist Rob Tapert, der Produzent.
Die Hauptidee für den Kampf auf den Köpfen stammt aus dem Film Jet Li: Der Vollstrecker (Fong Sai-Yuk 1993).



Erst darf Gabrielle nur ein Stück mitreiten, doch am Ende setzen beide ihre Reise gemeinsam fort. All right, friend.



~ Trivia ~


  • Die Rolle der Xena sollte ursprünglich von Vanessa Angel gespielt werden. Die erkrankte aber an einer Grippe. Da Fernsehserien einen extrem knappen Terminkalender haben, ca. 7-10 Drehtage pro Folge, suchte man Ersatz und die Wahl fiel auf Lucy Lawless. Diese war mit ihrer Familie im Urlaub und konnte nur durch eine großangelegte Suchaktion gefunden werden.
  • Hercules und Xena wurden in Neuseeland gedreht. Hautsächlich aufgrund der niedrigeren Produktionskosten und der günstigeren Schauspieler. Das Problem der Besetzung bestand darin, neuseeländische Schauspieler zu finden, die einen amerikanischen Akzent sprachen. Die Vielfalt ethnischer Charaktere in Xena ist sicher auch dem Völkergemisch Neuseelands zuzuschreiben.
  • Ebenfalls aus Kostengründen wurden die ersten zwei Staffeln auf 16mm Film gedreht. Deshalb ist die Bildqualität deutlich schlechter als bei den späteren Staffeln. Der Vorteil der kleineren Kamera liegt in der viel höheren Beweglichkeit. Deshalb gibt es in Xena viele Handkameraufnahmen (Steadycam), wie sie auch bei Dokumentarfilmen verwendet werden.



Text by Argonaut, Episodenwallpaper mit freundlicher Genehmigung von Pixena



Hinweis:
  1. Weitere Infos im Forenthread: 1.01 (01) Schatten der Vergangenheit (Sins of the Past) [2 Beiträge]
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