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Lexikon Galerie der Kämpferinnen - Teil 2
01.01.2014 von Argonaut

Fortsetzung von Teil 1


Glynis Barber in Dempsey & Makepeace (1984-1986)

Hier sitzt die Frau am Steuer. Die englische Adelige Det. Sgt. Makepeace und ihr Partner aus der Arbeiterklasse Lt. Dempsey (Michael Brandon) arbeiten für die britische Polizei. Als Mitglieder der Spezialeinheit SI 10 lösen die beiden actionreiche Fälle. Drei Staffeln gab es von dem ungleichen Paar und im Vereinigten Königreich war die Serie ein Hit. Die Frage, die sich alle stellten war: Haben die beiden was oder nicht? Müßte Xena Fans ziemlich bekannt vorkommen, oder? An dieser Stelle verraten wir natürlich nichts. [Koch Media Deutschland 2007]



Angela Lansbury in Murder, She wrote (1984-1996)

ChakramAndy: Bei Miss Marple ist mir grad auch noch diese charmante Lady eingefallen: Alleine für ihre Rolle in Mord ist ihr Hobby bekam sie 4 Golden Globes.
In der Tat. Nicht nur der Titel erinnert (im Englischen) an Miss Marple. Die ehemalige Englischlehrerin und Krimiautorin Jessica Beatrice MacGill Fletcher brachte es auf 264 Folgen und reiht sich damit ein in die erfolgreichsten Detektive der Filmgeschichte. [Universal 2007]



Brigitte Nielsen in Red Sonja (1985)

Wir müssen sie einfach erwähnen, trotz hölzerner Dialoge, einem nervigen Kind und einer Handlung für die selbst ein Bierdeckel zu groß ist. So was wie der dritte Teil der Conan Filme, in Italien gedreht und nach Meinung von Arnold Schwarzenegger der schlechteste Film in dem er je mitgespielt hat. Dem müssen wir widersprechen den sein Erstling „Hercules in New York“ war noch Klassen schlechter und der Rest ist auch nicht immer erste „Terminator“ Sahne. Im Laufe der Jahre hat Red Sonja so etwas wie einen Nostalgiefaktor entwickelt. Die Landschaftsaufnahmen sind passabel und bei den Schwertkämpfen hat man wirklich das Gefühl es sind schwere Schwerter im Einsatz. Für einen netten Nachmittag reicht es allemal. [Kinowelt Home Entertainment 2001]



Lana Clarkson in Barbarian Queen (1985)

Nachdem ihr Dorf überfallen wurde kämpft sie sich mal mehr, mal weniger bekleidet durch die billigen Kulissen dieses bescheidenen Films. Nur was für Trash-Fans und Lanas kleine Fangemeinde, die sie sich mit diesem und ein paar ähnlichen Filmen erspielt hat. Für das große Publikum sind Lana Clarksons Filme in Vergessenheit geraten und ihr Name auch. Sie starb 2003 unter noch ungeklärten Umständen. “Shooting victim was B-movie actress” meldete die BBC und hat es noch nicht mal für nötig befunden ihren Namen in die Schlagzeile aufzunehmen. Das finden wir respektlos, den viele B-Movies und ihre Heldinnen sind unterhaltsamer als manch Oscar prämierter Langeweiler. Deshalb gedenken wie ihrer indem wir sie in unsere kleine Galerie aufnehmen. [Prism Leisure 2003]



Princess Adora als She-Ra in The Secret of the Sword (1985)

Xenatown: Noch eine Heldin aus vergessener Zeit. Ihren ersten Auftritt hatte sie in dem He-Man Film „Das Geheimnis des Zauberschwerts“. Um die erfolgreiche Serie auch für das weibliche Publikum interessant zu machen, bekam He-Man etwas unvermittelt eine Zwillingsschwester zur Seite gestellt. Adora steht erst unter dem Banne des bösen Hordak. Durch die Zauberkräfte ihres Schwertes wandelt sie sich „She-Ra, die Prinzessin der Macht“. Sie bekämpft Hordak und rettet den Planeten Etheria. Es folgte eine Serie, die es auf 93 Episoden brachte. [Ufa/DVD 2005]



Cynthia Rothrock in Police Assassins (1985)

Eine ihrer frühen und bekanntesten Rollen. Hier kämpft sie an der Seite von Michelle Yeoh in einem typischen Hongkong Polizeifilm. Ihre zahlreichen sonstigen Filme sind, na sagen wir mal: durchwachsen. Dafür ist sie eine herausragende Kampfsportlerin. Sie hat fünf schwarze Gürtel in verschiedenen Disziplinen und war mehrfache Karate Weltmeisterin. Mit ihren Kampfsport-Pokalen kann sie wahrscheinlich ein ganzes Zimmer vollstellen. Inspiriert hat sie die Designer der Spielfigur „Sonya Blade“ in den Mortal Combat Computerspielen. Mit ihren nunmehr fast fünfzig Jahren ist sie immer noch topfit und spielt in dem einen oder anderen Film mit. Eine Gastrolle hatte sie außerdem in der Hercules Episode 3.5 Not Fade Away. [Contender Entertainment Group 2002]



Sally Yeh in Peking Opera Blues (1986)

Im vorrevolutionären China treffen 3 Frauen (und zwei Männer) aufeinander und schlagen sich durch die politischen Wirren des frühen 20. Jahrhunderts. Die drei Frauen sind völlig unterschiedlich: Tsao Wan (Brigitte Lin) ist eine aktive Rebellin, die immer in Männerkleidern rumläuft „um sich freier bewegen zu können“. Sheung Hung (Cherie Chung) ist eine Tingeltangelsängerin die den ganzen Film über nach einer Truhe mit Juwelen sucht. Und als interessanter Charakter Pat Neil (Sally Yeh), die Tochter des Besitzers eines Peking Opernensembles. Sie möchte gern selbst in der Peking Oper mitspielen, doch die Rollen sind Männern vorbehalten. Das gilt auch für die an sich weiblichen Rollen, denn einige Schauspieler haben sich darauf spezialisiert weibliche Kriegerinnen darzustellen die tänzerische Kämpfe aufführen. Doch Pat Neil schafft es sich unter die Männer zu mischen und beeindruckt mit ihrer Kunst das Publikum. Kein üblicher Martial-Arts Film, sondern eine Mischung aus Action, Komödie und ernstem Sozialdrama. Gilt als einer der besten Hongkong Filme der 80er. [Fortune Star 2007]



Sigourney Weaver in Aliens (1986)

Der zweite und actionreichste Teil der Alien Filme. Nach Terminator James Camerons bester Film. Verschwitzt und ungeschminkt liefert Sigourney Weaver eine beeindruckende Performance, die dem SiFi Film eine ungewohnte Realitätsnähe gibt. Der Film spielt mit Geschlechterrollen und hat einen provokanten Unterton. Der größte Macho ist mit Pvt. Vasquez eine Latina. Die Marines, Aushängeschild der US Militärmaschinerie, geraten beim ersten Kontakt mit den Terror-Aliens in Panik. Der Industrievertreter sorgt sich nur um seine Investitionen und lässt für den Profit seine Mitstreiter über die Klinge springen. Er ist das schlimmste Alien. Am Ende sind nur noch Frauen übrig und es kommt zum Kampf von Mutter Ripley gegen Mutter Alien. Wenn es um die Kinder geht entwickeln die Frauen eine Energie, dass der ganze Planet in die Luft geht. [Twentieth Century Fox 2006]



Jennifer Connelly in Labyrinth (1986)

“You have no power over me”. Sarah, ein junges Mädchen, macht sich auf die Reise zur anderen Seite der Träume um ihr Brüderchen aus den Händen des Koboldkönigs zu befreien. Außer Rocklegende Dawid Bowie spielen hauptsächlich Jim Hensons Puppen mit. Höhepunkt das Schloss, das an Bilder des Malers M.C.Escher erinnert. Die phantasievolle Geschichte war an den Kinokassen ein Flop, jedoch hat der Film nach und nach immer mehr Freunde gefunden und zählt heute zu einem Klassiker der 80er Jahre Fantasy Welle. [Sony Pictures 2007]



Yuko Ahso in Valis: The Fantasm Soldier (1986)

Dies ist die erste richtige Videospiel-Kämpferin, die ich gefunden habe. Die erste Frau in einem Spiel war 1982 Mrs. Pac-Man, was aber nicht so richtig zählt. Als nächstes gab es die bekannten Gestalten Alice im Wunderland und Dorothy aus dem Zauberer von Oz, die noch auf dem Commodore 64 liefen. Ende 1986 startete mit Valis eine erfolgreiche Serie zuerst auf dem MSX und dem PC-88; Maschinen an die sich nur die Forum-Oldies erinnern können. Zwei Jahre später gab es das Spiel auch für das Nintendo Famicon, hierzulande als NES bekannt. Valis war ein sogenannter „side-scrolling action platformer“, d.h. die Figur hüpfte über Plattformen von links nach rechts (und umgekehrt) über den Bildschirm und kämpfte gegen zahlreiche Feindfiguren, wobei am Ende des Levels der Boss wartete. Ein Highlight waren die animierten Zwischensequenzen. Es gab verschiedene Fortsetzungen bis zum Super Valis IV 1992 auf dem SNES, das aber ziemlich enttäuschte, und in die 3D Ära hat das Schulmädel es dann doch nicht mehr geschafft. [Telenet Japan Co., Ltd. 1986]



Anne-Marie Martin in Sledgehammer (1986–1988)

Hier versucht Detective Dori Doreau eine Schlange zu erschlagen, die gerade ihren Kollegen Sledge Hammer umklammert. Die Serie ist mit ihrem anarchischen Humor eine der besten Parodien auf gängige Polizeiserien. Sledge schläft, duscht und redet mit seiner 44 Magnum. Seine Machosprüche gepaart mit seiner Trotteligkeit erzeugen bei Dori immer ein ungläubiges Kopfschütteln. Sie ist die Vernünftige und muss Sledge immer aus brenzligen Situationen retten, in die er sich selbst gebracht hat. Ursprünglich sollte nur eine Staffel gedreht werden, deshalb endet die letzte Folge mit Hammers Versuch eine Atombombe zu entschärfen, was leider daneben geht. Trotzdem gab es eine zweite Staffel, die allerdings von der Produktionsfirma und dem Fernsehsender etwas lieblos umgesetzt wurde. Bis heute haben Sledge und Dori eine treue Fangemeinde. [KSM GmbH 2006]



„Priss“ in Bubblegum Crisis (1987)

War zusammen mit Akira eine der ersten Animes die auch bei uns bekannt wurden. Damals war das aber noch eine Sensation, kannten wie alle doch nur den Walt Disney Stil. Die Cyberpunk Ladies, auch als Rockband für den Soundtrack zuständig, kämpfen sich durchs futuristische Tokyo. [Modern Graphics GmbH 2001]



Melanie Griffith in Cherry 2000 (1987)

Trotz ihrer roten Haare ist das hier nicht Cherry sondern E., eine Söldnerin die schwierige Beschaffungsaufträge erledigt. Engagiert wurde sie von Sam (David Andrews), der seine über alles geliebte Partnerin verloren hat, den Cyborg Cherry 2000 (Pamela Gidley, die „Brigitte“ aus der Serie Pretender). Beim Liebes(vor)spiel hat sie im Schaumbad einen irreparablen Kurzschluss erlitten. Jetzt sucht er ein Ersatzmodell, denn solch eine Qualität ist in seiner post-apokalyptischen Welt nur noch schwer zu bekommen. So kämpfen sich E. und Sam durch eine Mad-Max Szenerie und kommen sich dabei langsam näher. Leider ist der Hauptteil des Films mit ziemlich hirnloser Action gefüllt, denn die Ballerei passt nicht immer zur Geschichte. Deshalb floppte der Film auch an der Kinokasse. Schade eigentlich, denn das Spiel der beiden Hauptdarsteller ist auf jeden Fall sehenswert und der Film hat einen skurrilen Humor und einen schönen Soundtrack. Die damals limitierte CD der Filmmusik von Basil Poledouris (u.a. Conan, Robocop) erzielt heute bei Ebay Höchstpreise. [MGM 2005]



Moon Lee in Iron Angels (1987)

Moon Lee hat durch ihr apartes Äußeres eine vergleichsweise große Fangemeinde. In den 80er Jahren eroberten die Frauen in Fernost auch den klassischen Action Film und in diesem Streifen kracht und ballert es manchmal so übertrieben, dass es langweilig wird. Allerdings geben die toughen Damen eine beindruckende Vorstellung und mit seinem legendären Frau gegen Frau Endkampf (gegen die genauso gute Yukari Ôshima) legte dieser Film den Grundstein für zahlreiche härtere Hongkong "Girls with Guns" Actionstreifen. [Laser Paradise 2005]



Joey Wong in A Chinese Ghost Story (1987)

Diesem Lächeln kann keiner widerstehen. Die Geschichte des armen Steuereintreibers Ling Choi Sin (Leslie Cheung) und des zauberhaften Geistes Lit Sin Seen faszinierte die Kinozuschauer weltweit und dieser Film gehört zu den besten Werken des Hongkong Fantasy Films überhaupt. Zwei gar nicht schlechte Fortsetzungen gab es auch. Für Xena Fans ist der Streifen sehr interessant, denn aus diesem Film haben die Xena Produzenten reichlich geklaut…äh… sich inspirieren lassen. Gerade im Finale „A Friend in Need“ sind viele Motive und Einstellungen dem Hongkong Original nachempfunden. [EMS GmbH 2005]



Meg Foster in The Wind (1987)

Cherakleia: Die Mystery-Schriftstellerin Sian Anderson beschließt einen kreativen Urlaub in dem verschlafenen griechischen Nest Monemvassia zu verbringen, um sich neue Inspiration zu holen. In den Monaten außerhalb der Saison gleicht das Dorf einer Geisterstadt und der Wind pfeift unheilvoll durch die dunklen Gassen… In einer dieser stürmischen Nächte glaubt sie den Mord an ihrem Hausverwalter Mr. Appleby (Robert Morley) zu beobachten – oder war es ihre Phantasie, die ihr einen Streich gespielt hat?
Ein Thriller der den Stil der alten englischen Krimiserien, gemischt mit griechischer Urlaubsidylle und 80er Jahre Abartigkeiten - strange^^
Argonaut: Klein aber fein. Schade das Meg Foster und Wings Hauser, der hier den Irren mimt, nie der große Durchbruch gelang. Den Subplot um John (David McCallum) hätte man weglassen können, dafür lohnt allein der Kurzauftritt von Robert Morley, damals schon fast 80, den Film schon. [Image Entertainmet 2003]



Ashley Laurence und Imogen Boorman in Hellraiser 2: Hellbound (1988)

Diese beiden jungen Damen sehen etwas mitgenommen aus, haben aber Grund zur Freude, denn sie sind gerade der Hölle entronnen. Dort mutieren die SadoMaso-Freunde zu den Zenobiten, die mit zu den abstrusesten Monstern gehören die sich die menschliche Phantasie ausgedacht hat, allen voran "Pinhead". Nix für Kinder und die Versionen, die zuweilen im Fernsehen laufen sind so gekürzt, dass kaum einer der Handlung mehr folgen kann. Wobei es da soviel zu folgen nun auch wieder nicht gibt. Clive Barker landete mit der Verfilmung seines Romans einen Kulthit, der sieben Fortsetzungen hervorbrachte. Aber nur die ersten beiden Teile haben die Atmosphäre des britischen B-Movie Horrofilms, bevor die Serie in den USA mit großem Budget weiter gedreht wurde, womit auch der Abstieg begann. Angeblich droht bald ein Remake des ersten Hellraiser Teils. Ashley Laurence spielte auch in einer Hercules Episode H2.20 die Daniella. [Starz Home Entertainment 2006]



Shannon Tweed und Karen Mistal in Cannibal Women in the Avocado Jungle of Death (1989)

Das ist Dr. Margo Hunt, Professorin für feministische Studien und ihre gelehrige Schülerin „Bunny“, die davon träumt Hausfrau zu sein und mit ihren Fragen wie: „Gibt es auch feministische Kochkurse“ die Akademikerin immer in Verwirrung bringt. Beide sind unterwegs im Auftrag der Regierung den „Avocados are vital to this nations security interests“ und die Avocadoplantage sind bedroht durch die radikale Feministin Dr. Kurtz, die es wie ihr Vorbild in „Apokalypse Now“ zur Führerin der Piranha Women geschafft hat. Dies ist kein B sondern ein C-Movie, gedreht in den botanischen Gärten der Universität von Kalifornien, dafür mit den spaßigsten Kommentaren zum Geschlechterverhältnis seit langem. [CULT VIDEO 1999]



Anne Parillaud in La femme Nikita (1990)

Die ehemalige Drogenabhängige wird vom Geheimdienst zur selbstbewussten Killerin ausgebildet. Da Amerikaner im Allgemeinen keine ausländischen Filme anschauen, schon gar keine europäischen, haben sie die innovative Story gleich neu verfilmt. Bridget Fonda war in „Point of no return (1993)“ die Nikita. Die Chinesen waren etwas schneller. Eine Hongkong Adaption gab es schon 1991 unter dem Titel “Black Cat”. Beide sind nicht schlecht, wobei Black Cat besser und eigenständiger ist als die Hollywood Version. Aber nichts desto trotz, Luc Besson hat dem weiblichen Action Kino auch in Europa einen neuen Schub gegeben. [Cine Plus Home Entertainment 2001]



Jamie Lee Curtis in Blue Steel (1990)

Polizistin Megan Turner ist schon ziemlich angeschossen, kämpft aber tapfer weiter. Mit ihrem Ex-Geliebten, der sich als psychopathischer Killer entpuppt, liefert sie sich einen packenden Showdown. Lange galt sie nur als „Scream queen“ (Schreikönigin), da sie in ihren bekannten Horrorfilmrollen wie Halloween, The Fog oder Prom Night, doch einiges zu schreien hatte. Doch sie hatte viel mehr drauf und glänzte in Komödien (Ein Fisch namens Wanda) wie auch in dramatischen Rollen; so auch in diesem, nicht ganz so bekannten, aber gar nicht schlechten Psychothriller. [Concorde Video 2003]



Alessandra Martines in Prinzessin Fantaghirò (1991)

„Ich will kämpfen lernen“ und zwar richtig. Eine der wenigen europäischen Fantasy Serien, die die Zeit überdauert haben. Leider blieb die Serie unvollendet. Die ursprünglich geplanten Teile 11 und 12, die die beiden schmucken Helden zusammenführen sollten blieben aus. [Koch Media Deutschland 2006]



Jodie Foster in Silence of the Lambs (1991)

Cherakleia: Wohl unvergessen als FBI-Agentin Clarice Starling, in dem 1991 gedrehten Thriller "Das Schweigen der Lämmer"... wobei dies nur eine der unzähligen Rollen Jodie Fosters ist, in denen sie eine doch recht einzelkämpferische Frau darstellt. Doch dies ist wohl ihr berühmtester Auftritt, und die zermürbenden Gespräche mit Hannibal Lecter sind unvergesslich. [Twentieth Century Fox 2002]



Alita in Battle Angel Alita (1991)

Wahrscheinlich macht das Leben im Moloch Tokyo depressiv, sonst würden sich die Japaner nicht immer so dystopische Zukunftsvisionen malen. Alita, die im Originalmanga GUNNM den Namen Gally trägt, ist ein weiblicher Cyborg, der unter Amnesie leidet. Kein Wunder, hat sie Roboterbauer Ido doch auf dem Schrottplatz gefunden. Da sie mit ihren neuen Ersatzteilen ungeahnte Kräfte entwickeln kann beschließt sie Kopfgeldjägerin zu werden. Ihre Kampftechnik wird „Panzerkunst“ genannt, wobei viele japanische Mangas und Animes gern mit deutschen Worten spielen. Neun Bände gab es, sowie verschiedene Fortsetzungen. Es gehen Gerüchte das James Cameron (Regisseur u.a. von Aliens, Titanic) eine Verfilmung plant, allerdings erst 2011. Da hoffe ich mal, dass er sich keine Amnesie einfängt. [Carlsen 2000]



Mitzi Kapture in Silk Stalkings (1991-1999)

Hier ermittelt das „Palm Beach Duo“ Sgt. Rita Lee Lance und Chris Lorenzo (Rob Estes) in Mordfällen aus Leidenschaft bzw. Beziehungsdramen („Silk Stalkings“) unter den Schönen und Reichen Floridas. Die Serie war politisch korrekt auf absolute Gleichberechtigung des Duos ausgelegt. Im Vorspann wechselte sich die Erstnennung der Namen jede Woche ab, und ebenso abwechselnd erschoss mal er und mal sie den Schurken der Woche. Doch weit interessanter als die Frau als gleichberechtigte Polizistin war der Mann als modebewusster Darling. Ich richte hier bewusst den Blick auf die Krawatte. Denn dass die Frau in jeder Episoden in diversen Kostümen daherkommt kennt man schon, dass aber der Mann jede Woche mehr Klamotten zur Schau trägt, als die meisten von uns Männern überhaupt im Schrank haben, darf als echte Emanzipation des Mannes gesehen werden. Nach fünf Staffeln wurden Rita und Chris kurzzeitig durch Mike (Nick Kokotakis) und Holly (Tyler Layton) und dann durch das Duo Tom (Chris Potter) and Cassandra (Janet Gunn) abgelöst, die weitere drei Staffeln ermittelten. [Anchor Bay 2004]



Geena Davis und Susan Sarandon in Thelma & Louise (1991)

Cherakleia: Ebenfalls aus dem Jahr 1991 ist dieses Roadmovie von Ridley Scott. Susan Sarandon als draufgängerische Kellnerin und Geena Davis als gelangweilte Hausfrau wollen ein Wochenende ihrem chaotischen Leben entfliehen... und werden dabei zum rein weiblichen Pendant von Bonnie & Clyde. Belohnung für dieses Movie waren etliche Oscar-Nominierungen, das Drehbuch gewann sogar einen, und auch andere Awards räumten Thelma & Louise ab.
Argonaut: Das Frauenthema gab es, wie unsere Galerie zeigt, in den B-Movies zehn Jahre vorher schon. Und die Zivilisationsflucht in die freiheitliche US-Natur, die die allgemeine Zwangsgesellschaft gar nicht gern sieht, gab es mit Fluchtpunkt San Francisco (1971) sogar schon zwanzig Jahre vorher. Vielleicht war der Film ein Erfolg weil er beides kombiniert, vielleicht auch weil sich keiner mehr an ältere Filme erinnert. Jedenfalls wirkt der Streifen heute ziemlich bemüht und das Frauengequatsche zuweilen nervig. Das Grand Canyon Finale ist aber immer noch gut. [MGM 2006]



Chun Li in Street Fighter II (1992)

Um unsere interkulturelle und medienübergreifende Galerie zu bereichern, wollen wir sie nicht unerwähnt lassen. Für die Jüngeren ist es nur Pixelgrafik auf einer Schrottkiste, aber wartet mal bis ihr ins reifere Alter kommt. Auf dem Nintendo SNES war das Spiel die Sensation. Vier Jahre vorher erschien das Arcade Spiel indem es nur männliche Kämpfer gab. Im zweiten Teil bauten die Designer Chun Li ein und mit ihr begann die Ära der weiblichen Computerkämpferinnen. Um ihren „Spinnig Bird Kick“ zu sehen musste man sich die Finger verrenken. Gewann sie hörte man ein mädchenhaftes Gekicher. Sie war mit ihren Kollegen die ersten Videospielkämpfer, die 1994 verfilmt wurden. [Capcom Co., Ltd. 1992]



Michelle Pfeiffer in Batman Returns (1992)

Tim Burtons zweiter Batman Film gehört für mich zu dem besten Film der Reihe. Michelle Pfeiffer und Pinguin Danny DeVito spielen den Rest der hochkarätigen Besetzung an die Wand. Der Film besticht durch die düstere Atmosphäre und den Sarkasmus, vom traurigen Alltag als Sekretärin (bzw. Assistentin) bis zum amerikanische Präsidentschaftswahlkampf. [Warner Home Video 1999]



Tracy Scoggins in Demonic Toys (1992)

Wahrscheinlich hat sich Tracy Scoggins gedacht, von irgendwas muss ich leben und vielleicht sieht den Film ja keiner. Demonic Toys entstand als billiger Abklatsch der „Child’s Play “ Reihe, bei uns unter dem Titel Chucky - die Mörderpuppe bekannt. Wie es dämonisiertes Spielzeug überhaupt in so zahlreichen Fortsetzungen auf die Leinwand schafft gehört zu den vielen Rätseln der populären Kultur. Tracy Scoggins, ursprünglich Sportlehrerin und Fotomodel, gilt nicht als begnadete Schauspielerin, doch hier liefert sie eine oscarverdächtige Leistung ab, schafft sie es doch angesichts der mordenden Puppen nicht in Lachen auszubrechen und wirkt so recht überzeugend. Der Film spielt nur in einem Lagerhaus und zeigt ansatzweise sogar Selbstironie. Bemerkenswert ist dass Tracy Scoggins zum Zeitpunkt diese Films schon fast vierzig Jahre alt war und damit mindestens doppelt so alt wie das gängige Zielpublikum dieser Filme. Das hat sie nicht nur den Schönheitschirurgen zu verdanken, sondern vor allem ihren ausgiebigen Fitnessaktivitäten. Von ihren Kollegen wird Tracy als äußerst humorvoller Charakter beschrieben und den Humor hat sie sicher gebraucht, als die Produzenten aus dem Restmaterial noch den Film Dollman vs. Demonic Toys (1993) zusammengeschnitten haben. Dagegen ist Demonic Toys dann doch echt gut. [Film 2000, 2004]



Usagi Tsukino in Beautiful Girl Soldier Sailormoon (1992-1997)

...oder schlicht und einfach Sailor Moon. Ich sage nicht viel zu ihr, denn um die ganze Geschichte von Sailor V bis Sailor Stars zu erzählen braucht es mehrere A4 Seiten und man hat noch nicht mal die ganzen Neben- und Nachfolger gestreift. Das magische Mädchen gehört mit ihrer Magical Girl Gang zu den weltweit erfolgreichsten Comicserien. Deutsche Fernsehverantwortliche zerbrechen sich den Kopf was man dem hiesigen Publikum zumuten darf und versuchen durch eigene Übersetzungstricks und Kürzungen die Kinderchen nicht zu verschrecken. Pädagogen rätseln wie sie mit dem knallbunt kitschigen Phänomen umgehen sollen, dabei ist es doch ganz einfach: „Sag das Zauberwort und du hast die Macht, halt den Mondstein fest und spür die Kraft“. [Mvm 2003]



Cynthia Khan in The Avenging Quartet (1992)

Auf der Suche nach einem geheimnisvollen Bild reist Polizistin Chin (CK) nach Hongkong. Doch das Bild spielt keine weitere Rolle in diesem beziehungsreichen Actionstreifen, denn hauptsächlich ist Chin auf der Suche nach ihrem Ex-Geliebten, der in den Bilderdeal verwickelt ist. Sie trifft auf Feng (Moon Lee) und die beiden Frauen schließen Freundschaft, was mit zu den schönsten Szenen im Film gehört. Erst spielen sie Nintendo, dann Schere, Stein, Papier (!), anschließend saufen sie sich gegenseitig unter den Tisch und quatschen über Männer. Im weiteren Verlauf kämpfen sie gegen die beiden weiblichen Bösewichte Sen (Michiko Nishiwaki) und Oshima (Yukari Ôshima). Am Ende kommt es zum finalen Kampf in einem brennenden Haus und an Chin Gesicht kann man schon erkennen, dass das nicht für alle gut ausgeht. Der Name Cynthia Khan war nur für das westliche Publikum gewählt und ist eine Kombination aus den beiden damaligen Actionstars Cynthia Rothrock und Michelle Khan. Letztere tritt aber meist unter dem Namen Michelle Yeoh auf. Nebenbei bemerkt wird Cynthia Khan auf der DVD als Cynthia Yang geführt, was schon etwas mehr in Richtung des eigentlichen Namens Lai-Ching Yeung geht. Diese Namensverwirrung ist typisch für den exportorientierten Hongkong Film und bringt auch viele Fans durcheinander. [Tai Seng 2006]



Sophia Crawford und Yukari Oshima in Beauty Investigators (1992)

Die beiden Damen spielen in diesem Film zwar nur Nebenrollen, gehören aber mit zu den bemerkenswertesten Kämpferinnen der goldenen Hongkong Jahre. Sophia Crawford kommt ursprünglich aus London und landete nach einer sehr bewegten Biographie in der Kronkolonie wo sie anfing Kampfsportarten zu lernen. Das machte sie so gut, dass sie als eine der wenigen westlichen Frauen in einem asiatischen Stuntteam arbeitete. Als die Rückgabe Hongkongs näher rückte siedelte sie in die USA über und war in der United Stuntwomen’s Association aktiv. Bekannt wurde sie als Stuntdouble von Sarah Michelle Gellar in der Serie Buffy. Eine der Lehrerinnen von Sophia Crawford war Yukari Oshima, selbst einer der stillen Stars des Hongkong Actionfilms. Als Japanerin (mit chinesischer Mutter) hatte sie es im nationalistischen Asien nicht leicht, dafür wird ihr eine starke Persönlichkeit nachgesagt: "She was a really tough cookie" soll ihr Kollege Vincent Lyn kommentiert haben. Mit ihrem androgynen Aussehen war sie das Kontrastprogramm zu der asiatischen Niedlichkeit, wie sie Moon Lee verkörperte, deren Gegenpart sie in mehreren Filmen spielte. Leider wurde ihr Talent in vielen schlechten Produktionen vergeudet und nur wenige ihrer über 60 Filme sind noch erhältlich. Ihre Kampfkunst, insbesondere ihre perfekten Fußtechniken, sind unter Kampfsportfans aber so bekannt, dass selbst alte VHS Kassetten von ihren Filmen zu hohen Preisen gehandelt werden. [Tai Seng 1999]



Brigitte Lin in Swordsman II (1992)

Sie ist eine der besten Schauspielerinnen Chinas. In den zwanzig Jahren ihrer aktiven Karriere spielte sie in über 100 Filmen mit. Bei uns ist sie hautsächlich durch ihre Rollen in den Fantasy Martial-Arts Filmen bekannt, wie „The Bride with White Hair“, „New Dragons Gate Inn“ und „Zu: Warriors of the Magic Mountain“. Darin spielte sie oftmals Charaktere, die zwischen Gut und Böse lagen, emotionale Verwirrungen inbegriffen. In Swordsman II ist sie Asia the Invincible, am Ende knapp von einer Kampftruppe um Jet Li geschlagen. Doch ähnlich Alti hat sie so einen Eindruck hinterlassen, dass sie im Nachfolgefilm „The East is Red“ wieder da ist. [Optimum Home Entertainment 2005]



Carrie Ng in Naked Killer (1992)

Vier weibliche Killer, zwei „Gute“ (Kitty + Sister Cindy) gegen zwei „Böse“ (Princess + Baby). Das hier ist eine der Bösen: die lesbische Profikillerin “Princess”. Amerikaner stört der Sex, die Deutschen die Gewalt, also genau das Richtige für einen Kultfilm. Mit Subtext gibt man sich keine Mühe, hier ist alles Maintext. Männer sind in dem Film fast nur Kanonenfutter. Einzige Ausnahme ist der für die Romantik zuständige Freund von Kitty (Chingmy Yau), ein Polizist (Simon Yam), der aufgrund einer traumatischen Erfahrung bedauerlicherweise seine Pistole nicht benutzen kann (!). Ganz wie bei Shakespeare ist am Ende des Dramas die gesamte Besetzung tot. [Contender Entertainment Group 2002]



Michelle Yeoh in The Heroic Trio (1993)

Diese Frau kennt mancher vielleicht aus dem Bond Film “Der Morgen stirbt nie”. In Malysia geboren war sie 1983 Schönheitskönigin bevor sie zum Film kam. Sie hat einen Abschluss in Tanz, spricht mehrere Sprachen und führt die meisten ihrer Stunts selber aus. In Asien ist sie eine der höchstbezahlten Schauspielerinnen. Dieser B-Movie Klassiker ist allerdings mit einem kleinen Budget gemacht worden. Mit Anita Mui und Maggie Cheung bildet sie ein kampfstarkes Trio das gegen böse Geister kämpft. [Image Entertainment 1997]



Anita Mui in Moon Warriors (1993)

Sie war ein Phänomen: Nicht nur Schauspielerin in zahlreichen Filmen, sondern auch erfolgreiche Sängerin (in Asien). Aufgrund ihres wechselnden Aussehens auf der Bühne wurde sie auch die Madonna von Asien genannt, mit dem Unterschied, dass Anita die eindeutig bessere Stimme hat, wenn auch seichter chinesischer Pop nicht jedermanns Sache ist. Zu einigen ihrer Filme, wie dem erwähnten Heroic Trio steuerte sie auch das Titellied bei. Leider starb sie 2003 im Alter von 40 Jahren. Ursprünglich sollte sie eine Hauptrolle in dem Film „House of Flying Daggers (2004)“ spielen. Da sie die Dreharbeiten aufgrund ihrer Krankheit nicht vollenden konnte wurde der Film umgeschrieben; ihrer Rolle aber blieb unbesetzt. Deshalb taucht im Film nie die Anführerin des „House of Flying Daggers“ auf. [Contender Entertainment Group 2004]



Gillian Anderson in The X-Files (1993-2002)

Diese Serie löste einen wahren Mystery Boom aus, obwohl die Grundidee schon älter wahr, wie z.B. im Klassiker „Unheimliche Begegnung der dritten Art (1977)“ von Stephen Spielberg, der deshalb auch kurz im Pilotfim zur Serie erwähnt wird. Chris Carter schuf mit Special Agent Fox William Mulder und Special Agent Dana Katherine Scully M.D. den Kontrast zwischen dem Ufo- und Verschwörungsglauben und der rationalen wissenschaftlichen Erklärung. Obwohl natürlich jeder wusste dass Mulder immer recht hat. Nichtsdestotrotz machte die Balance zwischen beiden den eigentlichen Reiz der Serie aus und zu dieser Balance der Gegensätze gehört auch, dass Mulder und Scully eine kollegiale Freundschaft verband und eben keine Liebesbeziehung. Das hat nicht jeder verstanden und die „Subtext“ Fans drängten immer wieder auf die romantische Auflösung. Chris Carter blieb glücklicherweise standhaft und so konnten die X-Akten über Jahre spannend bleiben. Allerdings wurde gegen Ende der ganze Verschwörungskram auch etwas nervig. [Twentieth Century Fox 2001]



Naomi Armitage in Armitage III (1994)

Naomi ist Mitglied der Polizeitruppe des Planeten Mars und hat ein kleines Problem. Sie ist ein Typ-3 Roboter, der einem Menschen nicht nur ähnlich sieht sondern auch ist. Ihre Identität hält sie geheim, denn Typ-3 Roboter sind verhasst und auch ihr Partner Ross Sylibus hält nicht viel von Androiden. Im Verlauf der Geschichte verschwinden die Grenzen zwischen Mensch und Maschine. Wie bei einigen Animes dieser Art ist die Atmosphäre düster und die Gesellschaft der Zukunft wenig erbaulich. Vier Folgen hatte die Serie als OVA (Original Video Animation, d.h. die Serie erscheint nicht im Fernsehen sondern direkt auf Video). Später gab es noch eine Zusammenfassung als Armitage III: Poly-Matrix und eine Fortsetzung Armitage: Dual-Matrix. [SPC SPV]



Lady Death in The Reckoning (1994)

He, he, he - Sexismus hin oder her, ich erwähne hier auch noch Lady Death. Eigentlich war sie ein junges Mädchen namens Hope (!). Doch ihr Vater paktiert mit den Mächten der Finsternis und im Zuge seiner Praktiken landet sie auf dem Scheiterhaufen. Dort vermacht sie ihre Seele der dunklen Seite und aus dem Mädchen Hope, gezeichnet mit normalen Proportionen, wird Lady Death, deren weibliche Proportionen deutlich jenseits anatomischer Realitäten liegen. Damit lebte auch die Erinnerung an die erste Dame dieser Art auf, Vampirella, die in den Siebzigern für Aufregung sorgte. Anfang der neunziger Jahre entstand auch als Gegenbewegung gegen die Prüderie des Fernsehens und die üblichen Sex-Objekt Diskussionen die „Bad Girl Art“. Dazu gehörten u.a. Barb Wire, Shi, Razor, Witchblade und als prominenteste Vertreterin Lady Death. Anfangs noch ganz böse bekommt sie später auch gute Eigenschaften und wird wie Xena ein ambivalenter Charakter. Mit zunehmender Bekanntheit gerieten die Macher wie vorauszusehen war in die Kritik, und genau wie bei Tomb Raider Lara Croft wurden die weiblichen Merkmale auf ein „normales“ Maß zurückgezeichnet und auch die Kleidung wurde etwas züchtiger. Dadurch verlor sie aber viel von ihrem subversiven Charakter und der Animationsfilm von 2004 konnte keinen mehr begeistern. Schon Ende der Neunziger ging es bergab mit den „Bad Girls“ dieser Art, da es doch deutlich an Innovationen mangelte und die Charaktere auch nicht so komplex waren wie beispielsweise Elektra zehn Jahre zuvor. Aber zumindest in den USA erscheint Lady Death gelegentlich noch. [Chaos! Comics 1997]



Andie MacDowell, Mary Stuart Masterson, Madeleine Stowe und Drew Barrymore in Bad Girls (1994)

Schön photographiert und mit eingängiger Filmmusik wäre dieser Western gar nicht schlecht, würden nicht zuviele Stars mitspielen. Denn die Damen inszenieren sich hauptsächlich selbst, nach dem Motto: Auch ich als Promi unterstütze den weiblichen Westernheld. Bei Madeleine Stowe wirkt das noch am überzeugendsten, während Andie MacDowell etwas deplaziert in diesem Genre ist. Und so richtig Bad sind die Girls auch wieder nicht. Einige Kritiker haben dem Film vorgeworfen, dass sein Bild der Frau im Wilden Westen unrealistisch sei, was schon zeigt, dass der Streifen für das unqualifizierte seriöse Publikum gemacht wurde, denn welcher B-Movie Kenner würde je auf die Idee kommen einen Western für realistisch zu halten. [Twentieth Century Fox 2004]



Jade Leung in Satin Steel (1994)

Jade Leung kämpft mit ihrer Kollegin Anita Lee in James Bond Manier gegen ein Verbrechersyndikat. Hier rennt sie gerade einem Hubschrauber hinterher. Jade Leung ist mehr Schauspielerin als Kampfsportler und wenn man genau hinschaut sieht man die Unterschiede, obwohl sie mit Mr. Bond kampftechnisch locker mithalten kann. Vom Talent von Jade Leung lebte auch schon Black Cat (1991), die Hongkong Version der Femme Nikita. Man sieht an der wenig inspirierten Story, dass sich ab Mitte der Neunziger das „Girls with Guns“ (oder „Babes and Bullets“) Genre schon langsam dem Ende zuneigt. [Splendid Entertainment/WVG 2004]



Sharon Stone in The Quick and the Dead (1995)

Sam Raimi, Co-Produzent von Xena drehte kurz vorher diesen an Zitaten reichen Western, indem Sharon „The Lady“ Stone gegen den bösen Gene Hackmann kämpfen durfte, was bisher nur Clint Eastwood vergönnt war. Betrachte man allerdings unsere Galerie, dann wundert einen schon, dass sich das Mainstream Hollywood mit den Heldinnen noch so schwer tut. Trotzdem ein passabler Western. [Sony Pictures 1998]


Kate Mulgrew in Star Trek – Voyager (1995-2001)

Die 90er werden wahrscheinlich als das Jahr der Frauenserien betrachtet werden. Im altehrwürdigen Star Trek Universum übernahm Captain Kathryn Janeway das Ruder und zeigte gleich mit ihrer altehrwürdigen Frisur, dass es ihr ernst ist mit der Frau in Führungspositionen. Ließ sich James T. Kirk noch auf jedem Planeten von einer Ausserirdischen verführen und führte Jean-Luc Picard lange existentialistische Gedankenspiele durch, war jetzt Erotik und Philosophie verschwunden. Vorstandsvorsitzende Janeway zeigte dass im richtigen Arbeitsleben nur das Kantinenessen als Freizeitvergnügen zu betrachten sei. Wenn sie „Führungskräfte auf die Brücke“ befahl, dann gab es eine Lektion im modernen Management. Denn gegen die unwillige Belegschaft gab es immer Entscheidungen zum Wohle des Unternehmens Star Trek durchzusetzen. Damit auch jeder merkte, dass Frau und Technik zusammenpassen, führte sie das typische Star Trek Technogequatsche in ungeahnte Höhen. Keine Folge ohne Jeffreys-Röhren, Subraumanomalien und bedauerliche Verschiebungen im Raum-Zeit Kontinuum. Das war den Zuschauern dann doch zuviel des Guten und fast wäre die Serie vorzeitig den sicheren Bach heruntergegangen (wie später ihr Nachfolger), hätten die Autoren nicht die absolut geniale Figur der Seven of Nine in die vierte Staffel gebracht. Den nervigen Smalltalk fegte sie mit ihrem „Das ist irrelevant“ hinweg und ihre Rededuelle mit Janeway verliehen der Serie unerwarteten Tiefgang. So konnte die Voyager in insgesamt sieben Staffeln erfolgreich nach Hause fliegen. Jetzt würde ich gern mal eine Star Trek Reihe sehen, in der der Captain eine Borg ist. [CIC Video/Paramount 2004]



Kristen Cloke in Space: Above and Beyond (1995-1996)

Eine Gruppe junger Weltraummarines kämpft gegen Ausserirdische. In dieser Episode ist Capt. Shane "Queen" Vansen die Anführerin. Friedensaktivisten werden entsetzt sein über den militaristischen Lobgesang auf die US-Marines. Doch viele Episoden sind auch düstere Psychodramen um die jungen Soldaten und die qualitativ sehr gute Serie war mit ihren vielfältigen Handlungsbögen äußerst spannend. Den Zuschauern war es aber wohl etwas zu düster und zu meinem Leidwesen hat die Serie nur eine Staffel geschafft. Unter dem Titel Space 2063 lief die Serie auch bei uns. [20th Century Fox 2005]




Nachwort:

Man(n) sehe und staune. Da wird auch heute noch behauptet Frauen wären im Film nur die Opfer und dabei haben sich die Kämpferinnen längst eigene Genres geschaffen. Dabei muss man berücksichtigen, dass der Actionfilm mit seinen Kämpfen als typisches Männerhobby gilt, ähnlich interessant für die Damenwelt wie Minitrix, Sportholzfällen oder Bierdeckelsammeln. Umso erstaunlicher, dass unsere Heldinnen schon seit Jahrzehnten in unterschiedliche Genres und verschiedenen Medien kämpfen. Das Genrekino, die B-Movies und der vielgescholten Exploitation Film haben Kämpferinnen gezeigt, lange bevor das seriöse Kino es wagte die Frau mal nicht in der klassischen Liebesrolle zu zeigen.
Natürlich gibt es noch immer die schmachtende Leinwandgöttin und natürlich gibt es noch den klassischen männlichen Abenteurer. Und zu seiner Verteidigung möchte ich sagen, dass es für den Mann schwierig wird ins feindliche Feld zu ziehen, wenn es keine nette Frau mehr zu retten gibt. Da bleibt nur noch der sinnlose Zerstörer der Dekorationen oder der schwule Cowboy. Ein bisschen klassische Heldenromantik sollte man dem Kino nicht gänzlich verbieten. Und woher weiß die Frau, dass ihr Göttergatte der Richtige ist, wenn sie sich auch noch selbst aus den Fängen des unangenehmen Schurken befreien muss. Denn nicht umsonst gibt die Prinzessin im Märchen ihren Verehrern immer schwierige Rätsel und Aufgaben mit auf den Weg um den geeigneten Kandidaten zu finden. Wie so oft ist Wahlfreiheit und die Möglichkeit an Alternativen entscheidend und was als Ausnahme beginnt, kann irgendwann zum Trend werden. Und die Ausnahmen gab es schon in der Anfangszeit des Kinos.
Helen ist eine erfolgreiche Abenteurerin und in anderen Episoden springt sie von Autos und hält mit der Knarre die Schurken in Schach. Wilde Raufereien gibt es anfangs für die Frauen nicht und die Jeanne D’Arc von 1917 hatte noch kein Schwert in der Hand. Doch schon in der Frühzeit wagen sich die Damen immer weiter hervor und in den vierziger Jahren kann man schon von einer richtigen Actionheldin sprechen. So scheint unsere Galerie zu zeigen, dass sich das Geschlechterbild besonders stark in der Zeit zwischen den Weltkriegen gewandelt hat. Beigetragen haben dazu sicherlich die Suffragetten und die Einführung des Frauenwahlrechts Anfang des Jahrhunderts in den USA und den meisten europäischen Länder (na ja, wir lassen den Sonderfall Schweiz mal weg). Dann die sozialen Verwerfungen des ersten Weltkriegs und der zweite Weltkrieg mit seinem immensen Aufwand an Mensch und Material. Während die Männer an der Front waren übernahmen die Frauen klassische Männerberufe in Industrie und Handwerk. Da verwundert es nicht, wenn um 1940 die ersten Superheldinnen erscheinen und unser weiblicher Zorro ihren im Kampf getöteten männlichen Vorgänger beerbt. Auch die Krankenschwestern sind nicht mehr nur Helferinnen sondern Kriegsheldinnen.
Obwohl die 50er Jahre als patriarchalisch gelten, zeigt ein Blick ins B-Movie, dass die Zeit nicht mehr zurückzudrehen war. Piratenkapitän Anne hat ihr eigenes Schiff, Marshall Rose Hood reitet auch ohne Mann in den Sonnenuntergang und die selbstbewusst kratzbürstige Piratin schnappt den alten Charmeur Errol Flynn der devot lieblichen Prinzessin weg. Die 50er Frauengang verwüstet zwar nur ein Klassenzimmern und nicht wie zwei Jahrzehnte später die Switchblade Sisters ein halbes Wohnviertel, jedoch ist der rebellische Geist und die Gefährlichkeit der Damen unverkennbar. Dass Frauen für den Mann gefährlich sind, hat schon die Femmes Fatal des klassischen Gangsterfilms gezeigt. Setzten die alten Schurkinnen noch mit List und Tücke ihre Reize ein, macht unsere Marsfrau Nyah nicht mehr soviel Federlesen. Sie holt sich den Mann gleich mit der Strahlenwaffe.
In den 60er Jahren wurde die Zensur schwächer und die neuen Freiheiten wurden genutzt um die sexuelle Ausstrahlung und Virilität der Kämpferin deutlicher als bisher zu zeigen. Tura bringt die Männer zuerst durch ihr pralles Dekollete in Verwirrung und bricht ihnen anschließend das Genick. Emma Peel zeigt schon in ihrem Namen M-Appeal, was für eine Wirkung sie hat. Wer nur ein kräftiger Kerl ist hat gegen die durchtrainierte Dame keine Chance mehr, da hilft allenfalls der elegante Charme des Gentlemans. In Asien etabliert sich die Schwertkämpferin mit zahlreichen Powerfrauen, die mit einer Selbstverständlichkeit reihenweise Gegner besiegen, die dem westlichen Kino noch fremd ist. In den Hongkong Schwertkämpferinnen liegen eindeutig die Wurzeln für Xena, fast dreißig Jahre vorher.
Nach der sexuellen Revolution und der Studentenbewegung reizte in den 70ern das Kino seine Grenzen und die Schmerzgrenze der Zensoren aus. Auch neue „prostetic Make-up“ Techniken der weiter entwickelten Filmtechnik erlaubten blutig-schockierende Spezialeffekte und unsere Kämpferinnen waren, Weiblichkeit hin oder her mitten drin im Gemetzel. Der Vorwurf unsere Damen seien eh nur Sexobjekte für gierige Männerblicke kann ich bejahen, gebe allerdings zu bedenken, dass dies auch für männliche Akteure gilt. Denn welche Mann hat schon die Muskeln eines Herkules, das Stehvermögen eines James Bond oder die Coolness eines Humphrey Bogart. Kino ist eben visuelle Phantasie und wer zahlt schon Geld um seine realen Nachbarn ungewaschen in Schlabberklamotten zu sehen, wenn er dieses ästhetische Vergnügen jeden Samstagmorgen beim Bäcker genießen kann. Wer denkt Frauen seien weniger auf „das Eine“ fixiert, kann sich bei jedem Boygroup Konzert vom Gegenteil überzeugen und wahrscheinlich haben die strengeren Feministinnen damit manchmal ein größeres Problem als mit dem Mann an sich. Der radikale Feminismus zeigt sich in Filmen wie Day of the Woman und Mrs. 45. Männer sind Schweine und während die erste sich nur für erlittene Pein rächt, legt die andere die Machos schon mal vorsorglich um. Die andere Gruppe der Frauen versucht sich im Spagat zwischen den Geschlechterrollen, denn unsere Bionic Woman kümmert sich als Lehrerin um den nationalen Nachwuchs und als Geheimagentin um die nationale Sicherheit. Schon hier sieht man, dass der zweiten Welle der Frauenbewegung nicht mehr alle folgen wollen und der Kompromiss zwischen der altväterlichen Rollenverteilung und den radikaleren Ansichten gesucht wird.
So zeigen die 80er viele Paare und Mann/Frau Teams und demonstrieren Gleichberechtigung, selbst in so typischen Macho Filmen wie Conan, was sich auch an den zahlreichen weiblichen Varianten des Schwerthelden zeigt. Hier liegt eine weitere Wurzel von Xena, denn viele Elemente sind in diesen Filmen schon vorhanden. Im Actionfilm etabliert sich nun auch im westlichen Kino die Kämpferin als einzige Titelheldin. In Supergirl und Cherry sind die klassischen Geschlechterrollen schon fast umgedreht. Damit reflektiert sich auch der Trend, dass die Geschlechterunterschiede in den körperlichen Kräften zwischen der allgemeinen Verfettung und dem Fitnessboom eingeebnet werden. Doch erneut ist das Hongkong Kino dem westlichen Actionfilm einen Schritt voraus. In Iron Angels hauen sich die Kämpferinnen blutig, etwas was im amerikanischen Kino immer noch ein Tabu war. Auch diese neue Dimension wird von den Xena Produzenten übernommen werden. Gerade das Hongkong Kino kommt mit seiner Verbindung aus Kampf, Tanz und Akrobatik den Frauen sehr entgegen und das Jahrzehnt zwischen ca. 1985-1995 gehört zum „golden Age“ des HK Films, dass uns zahlreiche Klassiker beschert hat. Xena passt also in die Einflusssphäre der asiatischen Kämpferinnen, denn schon Ende der Neunziger erlahmte mit der Rückgabe der ehemaligen Kronkolonie die Filmindustrie Hongkongs, um in adaptierter Form im US Film weiterzuleben. Man vergleiche nur Charlie’s Angel von 1976 mit denen von 2002. In der zweiten Hälfte der 80er sieht man schon die Auswirkungen des wieder zunehmenden Konservatismus. Die Zensur wird etwas stärker und der Soft-Sex wandert fast vollständig aus dem normalen Film in das Schattenreich der Heimvideo-Pornographie. Wahrscheinlich war man der Fernseh-Nackedeis auch irgendwann überdrüssig.
Anfang der 90er kommt die dritte Welle der Frauenbewegung, die - na sagen wir mal - zur Hälfte sinnvoll und zur anderen Hälfte eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Berufsfeministinnen ist, die gerne altbekannte Feindbilder pflegen. Das sieht man an feministisch bemühten Filmen wie Thelma & Louise oder Bad Girls. Denn 10 Jahre vorher hätte Mrs. 45 sich das Parkplatzgeschwätz erst gar nicht angehört und die Petroleummiezen wären nonchalant in die Prärie geritten. Doch unabhängig davon etablieren sich unsere Heldinnen endgültig in der Männerwelt. Denn Scully, Vansen oder Janeway sind praktisch von Berufs wegen Heroinnen ohne dass dies noch einer längeren Frauendebatte bedarf.
So ist das Feld schon bestellt für Xena. Die Serie verbindet in einer Freundschaftsgeschichte den alten Sandalen bzw. Barbarenfilm mit dem HK Schwert- und Actionkino. Die Episoden nehmen vielfältige Anleihen aus der Filmgeschichte, sind mal komisch und mal ernst und bieten so eine Mischung, die es in dieser Form vorher noch nicht gab. Dass zwei Frauen durch das neuseeländische Griechenland wandern ist dann nichts besonderes mehr. Denn die Ahnengalerie der Kämpferinnen ist schon ganz schön lang geworden.


Referenzen:


DVD Bezugsquellen:
www.amazon.de
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www.amazon.co.uk
www.amazon.fr
www.filmundo.de
www.moviesunlimited.com
www.hongkonglegends.co.uk
www.dddhouse.com

Public Domain Filme:
www.archive.org/details/feature_films

Filminformationen:
www.wikipedia.org
www.wikipedia.de
www.imdb.com
www.ofdb.de
www.hkmdb.com
www.eofftv.com
www.cineasia-magazin.de

Comics:
www.toonopedia.com
www.misterkitty.org/extras/stupidcovers/
www.badgirl-comics.com

Videogames:
www.mobygames.com
www.arcade-history.com

Div. Seiten:
www.agonybooth.com
www.badmovies.de
www.sheenafilm.de
www.girlswithguns.org

Bücher:

Dominique Mainon, James Ursini
The Modern Amazons : Warrior Women on Screen
Limelight Editions 2006

Susan Hopkins
Girl Heroes
Hazard Press 2002

Trina Robbins
The Great Women Superheroes
Kitchen Sink Press 1996


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