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Conventions Collectormania 19 in Milton Keynes - Mai 2013
28.05.2013 von Indy

Collectormania Milton Keynes



Ich hab mir ja immer wieder mal durch den Kopf gehen lassen, ob ich nicht zu dieser Convention gehen soll. Immer wieder verworfen und erneut aufgegriffen. Letzteres kam dann jeweils, wenn ein neuer sehr interessanter Gast angekündigt wurde. Letztendlich hab ich mich dann doch entschlossen, mal zu schauen, was das kosten würde und wurde vom Preis doch überrascht. Ja – und so kam es, dass ich das vergangene Wochenende in einem Fußballstadion verbracht habe. Ich – der Fußball sonst höchstens mal zur WM oder EM einschaltet. Das Champions League-Spiel an jenem Samstagabend in London ging deshalb dann auch an mir vorüber. Ich habe jedoch auf Hin- und Rückflug jede Menge deutsche Fußballfans gesehen. Als die ersten dann noch leicht angetrunken angefangen haben lautstark „Football is coming home“ zu singen, war ich in Heathrow dann doch lieber Engländer denn Deutscher...

So nun aber zur Convention:
Die erste Frage, die sich mir stellte: Wo zur Hölle liegt Milton Keynes? Und wie kommt man da überhaupt hin? Und warum macht ein Converanstalter dort eine Con?
Letzte Frage wurde mir damit beantwortet, dass Showmasters (der englische Converanstalter) dort seinen Sitz hat.
Milton Keynes liegt je nach Anbindung 1-2 Stunden außerhalb von London. Mir wurde geraten, eine Busverbindung von National Express (der größte englische Langstreckenbusanbieter) zu wählen, was ich dann auch gemacht habe. Vom Busbahnhof in Heathrow, der eher an ein Zirkuszelt denn an einen Busbahnhof erinnert, ging es dann über Luton (ein anderer der vier Londoner Flughäfen) nach Milton Keynes und von dort aus direkt ins Fußballstadion (hatte ja kaum Gepäck dabei). Der Milton Keyneser Busbahnhof liegt etwas außerhalb. Milton Keynes ist jedoch – zumindest das, was ich davon gesehen habe – eine sehr saubere Stadt. Von London ist man da anderes gewöhnt. Dies war meine erste kostenlose Convention. Mit kostenlos meine ich damit den Eintritt. Während man für andere Cons oft über 100 Euro bezahlen muss, um überhaupt mal reingelassen zu werden, kostete diese gar nichts. Klar – bei anderen findet das dann auch schön in einem Hotel statt, man kann kostenlos alle Panels und so besuchen. Hier war man die ganze Zeit im Freien und Panels gabs nur ein einziges für 25 Pfund. Morgens war es echt kalt wenn der Wind durchs Stadion gezogen ist und auch viele Schauspieler waren in Decken eingehüllt und mit Heatern versehen, damit sie nicht frieren müssen. Das hat sich jedoch im Laufe des Tages gelegt und als die Sonne um die Mittagszeit dann richtig da war, wurde es auch schön warm.

Wie üblich bei Showmasters gibt es Autogramme über das Virtual Queue System und Fotosessions entweder kostenlos am Tisch oder an verschiedenen Ecken in Fotosessions.
Das Virtual Queue System funktioniert folgendermaßen: Morgens bei Beginn (bzw. dann wenn man halt ankommt, wenn man noch nicht morgens um 9 Uhr dastehen kann) sichert man sich von den Gästen mit größerem Andrang ein VQ-Ticket. Das gibt’s am Ende der jeweiligen Autogrammschlange. Auf diesem Ticket steht dann z.B. Jenna Louise Coleman 1193 oder Billie Piper 7 (Sonntag konnte ich mich früh in die Schlange einreihen, da ich da eben schon da wargl├╝cklich ). Am Ende der jeweiligen Autogrammschlange steht dann ein Schild, auf dem z.B. steht VQ 1-75. Ist man in dem Nummernbereich, darf man sich anstellen und bis zu fünf Autogramme kaufen. Hat man eine zu hohe Nummer, kann man Gefahr laufen, kein Autogramm mehr zu bekommen oder nur noch eines ohne Widmung (so gings mir bei Jenna... - aber ich war letztenendes froh, überhaupt noch drangekommen zu sein). Für Gäste mit wenig Andrang kann man sich einfach ans Ende der Schlange stellen. Oftmals stehen da eh bloß ein paar Leute an. Vorlagen für die Autogramme sind im Autogrammpreis inbegriffen und es gibt immer eine Auswahl von 5-25 Bildern, auf denen die Stars signieren. Auf der FedCon bspw. Muss man sich so eine Vorlage immer noch für 4-5 Euro zusätzlich kaufen. Punkt für Showmasters!
Ein Foto mit dem Star zusammen kann man bei kleinen Stars zu 99% direkt am Tisch machen. Bei größeren ist das eher weniger der Fall, manchmal aber schon. Ein Schild mit „No posed Photo“ weist am Ende der Autogrammschlange darauf hin.
Die meisten Stars haben jedoch auch ein Fotoshoot pro Tag. Bei insgesamt drei verschiedenen Fotoshooträumen kann es jedoch zu clashes kommen, so dass man eigentlich an zwei bzw. drei Orten gleichzeitig sein müsste. Das hatte ich bei der LFCC vergangenes Jahr einmal. Ist aber alles machbar.

Nun aber endgültig zu den Conerlebnissen:


Samstag:


Gäste, die mich interessiert haben:
Jenna-Louise Coleman (Doctor Who)
Rupert Young (Merlin)
Sonita Henry (Star Trek 2009)
John Rhys-Davies (Herr der Ringe, Sliders, James Bond, Indiana Jones, …)
Alfie Allen (Game of Thrones)
Oliver Ford Davies (Star Wars Episode I – III)

Zu Beginn gleich einmal meine ganzen Virtual Queue-Tickets gesichert, dann noch den ein oder anderen Fotoshoot gekauft und los gings in die ersten Autogrammschlangen.
Das erste Autogramm habe ich für einen Freund von mir holen dürfen, der gleich mal, als er hörte, dass ich dorthin gehe für eine dreistellige Summe Autogramme bestellt hat. So kam ich zu Duncan Regehr, der in den 90ern wohl in einer Zorro-Serie mal die Hauptrolle gespielt hat. Ich hab auf imdb glücklicherweise noch gelesen, dass er ja auch im zweiten Mord-ist-ihr-Hobby-Film die männliche Hauptrolle gespielt hat. So hatte ich wenigstens ein Thema, über das ich mit ihm reden konnte in der Zeit, wo er signiert. Ist immer doof, wenn man dann vor einem Schauspieler steht, den man nicht kennt. Durch das Autogramm durfte ich dann auch noch ein Bild mit ihm machen. Das wandert dann in meine zu diesem Zeitpunkt eröffnete Mord-ist-ihr-Hobby-Bildersammlung.
Da meine VQ-Nummern für die großen Stars eh noch auf sich warten ließen, bin ich mal weiter zu Sonita Henry aus Star Trek (2009). Die Frau ist so knuffig, die hätte ich am liebsten gleich mitgenommen. Bei der Widmung hat sie dann gefragt, woher ich komme und wir haben uns etwas über Deutschland ausgetauscht und wie es mir in England gefällt (und wie es ihr in England gefällt). War grad eh nix los bei ihr und so hatten wir Zeit zum quatschen. Mein wow-Erlebnis mit ihr hatte ich dann später noch, aber das zu gegebener Zeit...
In der Nähe von Sonita hatte Oliver Ford Davies aus den drei Star Wars Prequels seinen Autogrammtisch und da auch bei ihm nicht viel los war, stellte ich mich sogleich bei ihm an. Ihm hatte mein Name gefallen, der in Amerika wie er meinte leider viel zu selten zu finden sei. Ein Foto mit ihm hab ich auch gemacht. Netter Mensch, der sicher auch mal gut zur FedCon passen würde. Er geht zwar schon auf Mitte 70 zu, ist aber noch topfit. Neben Star Wars war er auch einmal in Game of Thrones zu sehen und spielte im ersten Johnny English (mit grandiosem Rowan Atkinson in der Hauptrolle) den Erzbischof von Canterbury. English versucht ihm seine nicht vorhandene Maske zu entreißen. Super Szene!
Ich durfte dann im Auftrag ein Autogramm von Henry Ian Cusick holen. Der hat in Lost mitgespielt. Beim Autogramm holen hab ich mich dann entschlossen, nachher noch in seine Fotosession zu gehen und Lost endlich mal weiterzuschauen. Und das, obwohl ich eigentlich noch genug auf meiner persönlichen Watchlist hab.
Weiter gings mit gleich zwei Fotos: Jenna-Louise Coleman und Rupert Young. Zu letzterem durfte ich dann auch zum Autogramm holen gehen. Wir haben uns trotz der Schlange hinter mir mehrere Minuten unterhalten. Ich hab ihm gesagt, dass wir uns im Oktober wiedersehen würden auf der RingCon und er fragte mich, wie denn die RingCon so abläuft und ich schwärmte vor. Neben Rupert saß die Helferin von Showmasters, die sich das ganze mitanhören durfte. Dann wollte Rupert noch von mir wissen, wie viele Merlin-Fans es in Deutschland gibt und ob die Serie dort erfolgreich ist. Außerdem, ob ich die Serie auf deutsch oder englisch angeschaut hab und ob die deutsche Synchronisation gut wäre. Er wusste nur, dass sie synchronisiert ist, hat sich aber noch nie auf deutsch sprechen hören. Die Minuten verstrichen und so langsam machte die Showmasters-Helferin uns mehr oder weniger vorwurfsvoll darauf aufmerksam, dass da noch ne ganze Menge Leute mehr warten würden. Rupert meinte zum Abschied, er würde mich dann auf der RingCon ansprechen. Ich glaub zwar nicht ganz dran dass er mich da noch kennt, lass mich aber natürlich überraschen und freue mich riesig, ihn dort wiederzusehen und in Panels zu erleben. Er ist total nett und wir können uns wirklich richtig auf ihn freuen!
Durch Rupert hatte ich mein geplantes Foto mit John Rhys-Davies verpasst und musste es somit auf Sonntag verschieben. Aber Sonita Henrys Foto war noch rechtzeitig. Als ich dann in der Fotosession auf sie zukam, begrüßte sie mich mit „Hi Andreas!“ und ich war vollends hin und weg und konnte nur noch „wow“ stammeln... Das Erlebnis gehörte zweifelsfrei zu den bislang besten meiner Congeschichte.
Danach hatte ich noch ein kurioses Erlebnis: Auf mich kommt jemand zu und fragt, ob ich Bones mag. Da ich gerade den Roman zum neuen Star Trek-Film im Flugzeug angefangen habe zu lesen, kam mir sofort in den Sinn, dass Dr. Leonard McCoy (Karl Urban) im englischen und deutschen zwei verschiedene Spitznamen hat. Während im deutschen sein Spitzname Pille ist, heißt er im englischen Bones. So antwortete ich wahrheitsgemäß: I love Bones!!! Dann bekomme ich ein Fotosessionticket in die Hand gedrückt und gesagt, er müsse leider jetzt los, da sein Bus bald fährt und verabschiedet sich. Ich schaue auf das Fotosessionticket mit dem Namen Eric Millegan drauf und frage mich, was das jetzt grad war. Kurz den Namen in imdb eingegeben und herausgefunden, dass dieser Eric Millegan in einer Serie namens Bones mitgespielt hat und Staffelweise eine Hauptrolle hatte. Huch... - da hatte ich den Fragesteller falsch verstanden. Naja, nun hab ich ein Bild mit Eric Millegan, den ich nicht kenne, aber was solls. Vielleicht schaue ich ja irgendwann mal Bones – also die Serie, nicht den Arzt...
Kurz vor Ende der Con konnte ich dann endlich noch mein Autogramm von Jenna-Louise Coleman abholen – leider ohne Widmung.
Ein paar Gäste hab ich nun schon zum zweiten oder dritten Mal gesehen und daher nur am Rande mitbekommen wir Charles Dance (2. Mal/GoT u.a.), Gillian Anderson (2. Mal/Akte X), Torri Higginson (3. Mal/SGA) oder Chris Judge (2. Mal SG-1)
Aber voll war der Tag – meine Güte. Menschen mit Platzangst sollten die englischen Cons wirklich nicht besuchen. Das war genauso schlimm wie die FedCon letztes Jahr am Samstag, als Shatner da war. Man konnte sich kaum bewegen. Überall Massen von Menschen...

Sonntag:


Gäste, die mich interessiert haben:
Billie Piper (Doctor Who)
Gethin Anthony (Game of Thrones)
John Rhys-Davies (Herr der Ringe, Sliders, James Bond, Indiana Jones, …)
Malcolm McDowell (Clockwork Orange, Star Trek VII, …)
Ariana Richards (Jurassic Park)

Sonntag hatte ich wesentlich niedrigere VQ-Tickets, da ich schön morgens angefangen hab zu sammeln. Billie Piper – der Supergast dieses Tages: Nr. 7. So hab ich gleich zu Beginn zu ihr hinkönnen. So spät wie zu Jenna-Louise Coleman am Tag zuvor hätts mir eh nicht mehr gereicht. Es war auch etwas weniger los am Sonntag. Klar – keine First-Timer wie Jenna. Ich durfte wieder ein paar Auftrags-AGs holen und hab dann sogleich auch Bilder mit den Schauspielern gemacht. Kenne zwar nicht alle und musste mir dann teilweise aufschreiben, mit wem ich da jetzt ein Bild hab, aber trotzdem cool.
Mein Tageshighlight war John Rhys-Davies. Nicht nur, dass er sich beim Signieren viel Zeit genommen hat, um mit den Leuten Smalltalk zu halten, nein auch bei den Fotosessions war er einfach megacool drauf. Wir haben während des Fotos über Alaska gesprochen (ich hatte mein Alaska-Railroad-T-Shirt an) und als die Helferin meinte, ich soll jetzt weitergehen, damit die nächsten drankommen, hat er nur zum Fotografen gesagt, dass dieser noch ein Foto machen soll, dann haben wir noch etwas Zeit unseren Smalltalk zu beenden. Zudem hat er jeden in seiner Fotosession etwas gekitzelt, damit jeder natürlicher lachen würde. Wirklich ein supercooler Gast, den ich auch echt gerne mal in einem Panel erleben würde. Aber vielleicht kommt er ja bald einmal wieder zur RingCon!
Gethin Anthony aus Game of Thrones war auch sehr nett und hat sich auch sehr gefreut, als ich meinte, dass man sich zur RingCon wieder sehen würde. Im Reallife sieht er sogar ein ganzes Stück hübscher aus als in Game of Thrones und wirkt jünger (*tschuldigung*).
Billie Piper hat grundsätzlich keine Widmungen gegeben. So bin ich dann eben mit meinem Foto mit ihr zufrieden. Auch wenn ich ihr nach dem Foto versehentlich noch etwas auf den Fuß getreten bin... - dasselbe dass Alfie Allen am vorangegangenen Tag mit mir gemacht hat. Sein Hmpf-Gesichtsausdruck ist dann auch auf dem Foto zu sehen...
Zum Schluss gabs noch ein Foto mit Ariana Richards aus Jurassic Park. Sie war beim Fotoshoot sehr distanziert und man durfte sie nicht berühren. Kann ich aber auch verstehen, dass man nicht von hunderten Fans angetatscht werden möchte. Auch wenn man als Fan sich natürlich über ein Foto Arm in Arm mehr freut.
Zu den Fotos muss ich auch noch was lobend erwähnen: Die ausgedruckten Fotos bekommt man ausgehändigt, wenn man den Fotoraum verlässt. Showmasters hat seit der Destination Star Trek in London vergangenen Herbst, in der alle fünf Star Trek-Captains anwesend waren ein neues Fotosystem. Sobald das Foto geschossen wurde, wird es an die Drucker weitergeleitet und in jedem Fotosessionraum stehen je nach Größe vier bis zwölf Fotodrucker, die während der Sessions ununterbrochen arbeiten. Wartezeit höchstens eine Minute und dann hat man sein Foto. Sollten Augen geschlossen sein oder irgendwas sonst nicht passen, kann man dann sofort reklamieren und direkt ein neues Foto machen lassen (bei mir hat alles gepasst, aber das System ist echt super!). Wenn man dann mal die Augen zu hat (wie ich am Sonntag bei Malcolm McDowell), dann wird das Foto halt auch mitgedruckt und ich hab nun zwei. Eins mit offenen und eins mit geschlossenen Augen.
Alles in allem kann ich sagen, dass es zwei wundervolle Tage waren. Es war stressiger als auf deutschen Events, aber das hatte ich nach der LFCC vergangenes Jahr erwartet. Hab alle Autogramme und Fotos trotz des kurzen Aufenthaltes bekommen können, die ich mir vorgenommen hatte und auch die für Freunde bestellten AGs erhalten. Und ich muss zugeben, dass es mir jetzt doch das ein oder andere Mal durch den Kopf gegangen ist, ob es an einem Wochenende Anfang Juli nicht auch echt günstige Flüge für ein Stück unter Hundert Euro nach London geben könnte...


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